2002

Zu einem solchen Gastspiel kam es vom 05. bis 11.10.2002. Die Operette fuhr nach Dänemark in die Städte Aarhus, Aalborg, Vejle und Holstengro und erhielt eine vom Förderverein getragene Unterstützung von ca. 39.000,00 € sowie Zahlungen für eine neue Lichttechnik der Bühnentechnik mit Wannenleuchten in Höhe von ca. 25.000,00 €.

Am Montag nach der Rückkehr der Staatsoperette aus Dänemark verkündete der Oberbürgermeister Roßberg auf einer Pressekonferenz am 14.10.2002 die Sparpläne der Stadt Dresden, die unter anderem die Schließung der Staatsoperette Dresden zum 01.08.2003 vorsahen, um damit 10 Mio. DM einzusparen. Dafür wollte die Stadtverwaltung Dresden die Staatsoperette aus dem Haushaltsplan der Stadt herausnehmen und aus ihr eine GmbH machen, an der die Stadt mit 20% beteiligt werde. Hauptgesellschafter sollte eine Gruppe werden, die über eine Inszenierung von Musical en suite nachdachte. Dies ließ befürchten, dass das exzellente Ensemble der Staatsoperette auseinanderbrechen und letzten Endes dem Arbeitsamt zur Last fallen würde.

Die Staatsoperette hatte zwar vorgerechnet, dass allenfalls 400.000,00 € eingespart werden könnten – auch ohne Berücksichtigung der Zahlen aus dem Gehaltsverzicht der Mitarbeiter-.

Der wahre Grund für die Schließung der Staatsoperette lag darin, dass die Landeshauptstadt Dresden gegenüber der Landesregierung und dem Regierungspräsidium ihren Sparwillen bekundet haben musste. Dafür sollte die Staatsoperette herhalten. Dabei hatte der Oberbürgermeister in seinem Wahlprogramm den Erhalt der Staatsoperette und Neubau des Hauses verkündet.

Die Entrüstung war groß und führte zu einem dringenden Brief des Dresdner Operettenforums an den Oberbürgermeister zur Erhaltung der Staatsoperette am 06.11.2002.

Die beabsichtigte Schließung der Staatsoperette rief den CDU-Fraktionsvorsitzenden Herrn Michael Grötzsch auf den Plan. Zusammen mit dem Intendanten Fritz Wendrich gründeten die beiden sowie weitere Personen einen weiteren Förderverein mit der Bezeichnung „Förderverein der Staatsoperette Dresden e.V.“ am 12.11.2002. Dieser neue Förderverein wurde am 04.12.2002 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Dresden unter VR 4152 eingetragen. Einer der ersten neuen Amtshandlungen des Fördervereins war der Druck eines Flyers mit dem Aufruf „Operette im Zentrum“, Vorläufer des späteren Logos „Operette im Zentrum“.

In seinem Antwortschreiben vom 13.12.2002 an das Operettenforum teilte der Oberbürgermeister Roßberg mit, dass nicht nur im Kulturbereich sondern auch in allen anderen Bereichen der Stadt in den nächsten Jahren über die Schmerzgrenze hinaus gespart werden müsse. Deshalb müsse man jetzt den Mut haben, die notwendigen Einschnitte durchzustehen. Darunter verstand er offenbar auch die Schließung der Staatsoperette, über die allerdings letztlich der Stadtrat entscheiden müsse, wie nämlich der endgültige Haushalt des Jahres 2003 auszusehen habe.

Der Intendant hat mit den Fraktionen des Stadtrates gesprochen. Dabei stellte sich heraus, dass das, was der Oberbürgermeister und der Kulturbürgermeister vorhatten, keine Resonanz in den Fraktionen gefunden hatte. Die Abstimmung darüber war für den 19.12.2002 vorgesehen.

Zuvor gab es öffentliche Auftritte der Staatsoperette, bei denen insgesamt 107.000 Unterschriften gesammelt wurden. Sowohl die Berliner als auch die Kölner Philharmoniker hatten sich für die Staatsoperette eingesetzt. Das Operettenforum hat noch Einspruch gegen den Haushaltsplan beim Regierungspräsidium erhoben. Am 19.12.2002 beschloss der Stadtrat, dass die Operette nicht geschlossen werde. Der Oberbürgermeister hatte die Finanzierung des Hauses für den Haushalt 2003/2004 zugesichert sowie Vorschläge für einen neuen Standort der Staatsoperette mit einem Neubau gemacht. Damit war das Haus erst einmal gerettet.

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